Paul McGarr hat eine ziemlich umfassende, hervorragend recherchierte Antwort auf diese Frage :
Warum Grün Rot ist
von Paul McGarr
Der Aufsatz besteht aus den Kapiteln
- Globale Erwärmung (zwei Untergliederungen)
- Gentechnik (zwei Untergliederungen)
- ** TERMINATOR-Technologie**
- Menschheit und Umwelt
- Kapitalismus und Umwelt
- Menschheit und Umwelt
- Fußnoten
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"Marxismus und Umweltzerstörung"
Einführung Die Beziehung zwischen den Menschen und unserer Umwelt ist heutzutage eine zentrale Frage für Millionen von Menschen in der ganzen Welt. Und das ist kein Wunder. Im Laufe des letzten Jahrzehnts zeichnete sich eine Umweltkatastrophe in einem Ausmaß ab, wie es sich frühere Generationen kaum vorstellen konnten.
Das schlimmste Problem ist die weltweite Erwärmung. Diese scheint bereits stattzufinden, und viele der ungewöhnlichen Wettererscheinungen des letzten Jahrzehnts könnten mit dem weltweiten Anstieg der Temperaturen zusammenhängen. Dabei liegt die Ursache des Problems eigentlich klar auf der Hand: Infolge der Aktivitäten von Menschen steigt der Ausstoß sogenannter Treibhausgase, in erster Linie Kohlendioxid. Wird dies nicht gestoppt und rückgängig gemacht, werden die Folgen katastrophal sein. Die zukünftige Existenz unserer Zivilisation wird ernsthaft bedroht. Sogar die Regierungen der Welt geben zu, wenigstens sagen sie so, dass Maßnahmen dringend nötig sind, um eine Katastrophe zu verhindern.
Von den Bedrohungen der Umwelt ist die weltweite Erwärmung die auffälligste und die mit dem größten Gefahrenpotenzial, sie ist keineswegs die einzige. Es gibt immer noch die furchtbare Gefahr der Atomwaffen, die die völlige Zerstörung des Planeten und seiner BewohnerInnen bewirken können. Man hat uns erzählt, dass diese Bedrohung mit dem Ende des kalten Krieges vorbei sei. Die Wahrheit ist, dass die Welt labiler geworden ist, mehr Staaten haben inzwischen Atomwaffen und mehr waren bereit, damit zu drohen. Die Gefahr, dass die Welt in einem atomaren Holocaust zerstört wird, ist so groß wie eh und je, wenn nicht sogar größer. Atomkraftwerke breiten sich nach wie vor in der Welt aus, so dass weitere Katastrophen wie diejenige von Tschernobyl in den 80er Jahren drohen.
In den 90er Jahren ist eine neue Umweltbedrohung entstanden, die genetisch veränderten Organismen (GVOs). Multinationale Konzerne und Regierungen feierten diese als einen Durchbruch, als sichere und bessere Methode die Welt zu ernähren. Millionen von Menschen glaubten ihnen nicht und diese Frage entwickelte sich zu einem politischen Kampf von wesentlicher Bedeutung.
Es gibt noch viele weitere Umweltfragen, die die Menschen auf der ganzen Welt betreffen. In Südostasien bedrohen Holzeinschlag und nicht kontrollierbare Waldbrände seltene Pflanzen- und Tierarten und verursachen giftigen Smog, der das Leben verkürzt und ganze Länder bedeckt. Die Städte der dritten Welt und ihre Menschen bekommen keine Luft vor lauter Giftschwaden von dem ständig zunehmenden Verkehr. In Großbritannien hat die durch das Verkehrschaos verursachte Verschmutzung zu einer Asthmaseuche bei Kindern geführt.
Weltweit kam in den Bevölkerungen eine Stimmung gegen den Kapitalismus auf, die die jetzige Jahrhundertwende prägt. Am deutlichsten kam dies in den großen Protesten gegen den Weltkapitalismus und seine Einrichtungen, die in Seattle, Washington und Millau stattfanden, zum Ausdruck. Die gleiche Stimmung kam in zahlreichen Meinungsumfragen zum Ausdruck und im Wahlerfolg linker oder antikapitalistischer Kräfte in vielen Ländern und hat sogar ihren Weg in die herrschenden Medien gefunden in einer Art und Weise, wie dies noch vor einem Jahrzehnt unvorstellbar gewesen wäre. Und - obgleich darüber weniger in den herrschenden Medien gesprochen wird - die gleiche Abscheu gegen das, was der Kapitalismus den Menschen antut, ist ein wesentlicher Bestandteil der wiederauflebenden Aufstandsbewegung der ArbeiterInnen und der Bevölkerung in einer ganzen Reihe von Ländern von Lateinamerika bis Afrika.
Es wäre ein ernster Fehler, Umweltfragen als die einzigen Sorgen anzusehen, die diese antikapitalistische Stimmung nähren. Auch sonst macht der Kapitalismus die Leute krank, angefangen mit Krieg oder Hunger, fetten Gehältern für die Reichen, Gier der Konzerne bis hin zu der neuen Mischung aus "Flexibilität" und "Exploitation" - treffend als "Flexploitation" bezeichnet -, die sich immer weiter ausbreitet. Aber zweifellos erhält der Zorn auf das soziale System, in dem wir leben müssen, am meisten Nahrung durch die Umweltbedrohung und durch Dinge wie weltweite Klimaerwärmung, Atomwaffen, GVOs usw. Noch vor zwanzig oder dreißig Jahren wurden zu Recht oder zu Unrecht "grüne" Themen und die Umwelt von vielen als "Randthemen" oder als das Feld von Randgruppen angesehen. Es gab Ausnahmen, wie zum Beispiel Proteste gegen Atomwaffen, aber im allgemeinen war die Umwelt ein "Nebenwiderspruch". Das änderte sich in den 80er und 90er Jahren, als die Parteien der "Grünen" in einigen Ländern - am auffälligsten in Deutschland und Frankreich - zu einer wichtigen Kraft wurden, die von den sich vertiefenden Umweltsorgen der Öffentlichkeit getragen wurde. In der letzten Zeit hat sich das noch verstärkt.
Themen wie weltweite Klimaerwärmung oder genetisch veränderte Lebensmittel sind nicht mehr auf kleine Gruppen oder auf Diskussionen von Fachleuten beschränkt, sondern finden sich inzwischen auf den Titelseiten. Sachkundige Debatten über solche Themen finden jetzt überall statt, in der offiziellen Politik, innerhalb der neuen Welle von Straßenprotesten und am Arbeitsplatz bis hin zu den Hochschulen und Wohnzimmern. Dies ging mit dem Wachstum einer ganzen Reihe von Bewegungen einher, die - jeweils auf ihre Art - diese Themen aufgegriffen haben. Bei vielen Fragen sind viele dieser Leute, einschließlich der Sozialisten, inzwischen einer Meinung.
Viele begreifen den Ernst der Lage und das Ausmaß der Umweltbedrohung. Viele begreifen auch die Schuld der großen Konzerne und der Regierungen, die die Probleme schaffen oder sie nicht richtig angehen. Ziel dieses Aufsatzes ist es, auf dieser Übereinstimmung aufzubauen, um dadurch tiefer in die Diskussion einzusteigen. Ich stelle in diesem Aufsatz eine bestimmte These auf, zu diesem Zweck konzentriere ich mich auf zwei Schlüsselthemen - weltweite Erwärmung und GVOs.
Der Kern der These ist schnell vorgebracht. Meine These ist, das die Wurzel all der Bedrohungen, der Bedrohung der Umwelt, der Zukunft unseres Planeten und der Leute, die auf ihm leben müssen, am Kapitalismus selbst liegt. Ich werde darlegen, dass die Umweltbedrohungen, vor denen wir stehen, nicht einfach nur eine Verirrung sind, die leicht innerhalb des Kapitalismus geheilt werden kann. Vielmehr ergeben sie sich aus der ungehinderten Logik eines alternden, krisenhaften Systems, das auf Konkurrenz um Profit beruht. Das Motto "Die Welt ist keine Ware" ist in vielen antikapitalistischen Protesten des letzten Jahres bekannt geworden. Es bringt treffend auf den Punkt, wie sehr die Leute das ablehnen, was der Kapitalismus aus der Welt und allem was auf ihr ist macht, von den Menschen bis zur Umwelt.
Ich werde auch darlegen, dass der Marxismus und eine sozialistische Opposition die beste Grundlage für ein Verständnis der Umweltbedrohungen abgibt. Ich werde darlegen, dass die Zerstörung der Umwelt zur Logik aller Klassengesellschaften gehört, unter dem Kapitalismus aber ein neues und schreckliches Ausmaß erreicht. Und ich werde ausführen, dass sozialistische Opposition der Schlüssel zu jener Politik und zu jenen Kämpfen ist, die die Krise lösen können. Kurz gesagt, das beste Grün ist Rot.
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Der Aufsatz besteht aus den Kapiteln
- Globale Erwärmung (zwei Untergliederungen)
- Gentechnik (zwei Untergliederungen)
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- Menschheit und Umwelt
- Kapitalismus und Umwelt
- Menschheit und Umwelt
- Fußnoten
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Einige der erwähnten Organisationen zum Beispiel veröffentlichen ihre Dokumente nur im Internet. Als dieser Aufsatz im August 2000 geschrieben wurde, waren die erwähnten Fundstellen auf dem Web vorhanden. [Mc Garr] kann jedoch nicht garantieren, dass diese Seiten inzwischen nicht verändert worden sind und dass vorhandene Dokumente nicht in Zukunft verändert werden. - Außerdem wurden einige deutschsprachige Quellen hinzugefügt.
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