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Preguntando caminamos... aus dem spanischen, bedeutet frei übersetzt :

"Fragend schreiten wir voran ..."

...ist ein Motto der mexikanischen Befreiungsbewegung.

Die Zapatistas (EZLN ) setzen sich seit dem 1.Januar 1994 mit politischen Mitteln für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos, aber auch generell gegen neoliberale Politik ein. Mit einem bewaffneten Aufstand traten Bauern der Region Chiapas an diesem Tag erstmals öffentlich in Erscheinung.

Im Gegensatz zu anderen Guerillabewegungen wollen die Zapatisten nicht die Macht im Staat übernehmen, sondern betonen ihren basisdemokratischen Anspruch und zielen auf den allmählichen Aufbau einer andersartigen Macht von unten. Nach 12 Tagen bewaffneter Kämpfe im Januar 1994 boten sie der Regierung einen zeitlich unbegrenzten Waffenstillstand an und unterzeichneten 1996 die Friedensverträge von San Andrés, die weitgehende Autonomierechte für die indigene Bevölkerung Mexikos vorsehen. Viele Bauern leben seitdem in autonomen Regionen nach dem Motto

„Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen“. 

Dazu, aus dem Selbstverständnis des ya-basta-netz:

Es ist nicht notwendig, die Welt zu erobern.
Es reicht, sie neu zu schaffen.
Durch uns.
Heute.

(Subcomandante Marcos)


Die Gesellschaft zu verändern, bedeutet unsere eigene Alltagspraxis zu verändern.
Wir richten unseren Widerstand gegen alle, die die Welt, ob sie nun die ganze oder ihre eigene kleine Welt, das Land, die Firma, die Familie, die Gruppe meinen, lieber zu ihrer ausschließlich eigenen Zufriedenheit ordnen und damit die Erfüllung von Träumen und Hoffnungen der anderen verhindern.
Unsere Politik ist eine langfristige Prozedur, sie ist oft widersprüchlich und schreitet langsam voran.
Doch eben darin liegt die Chance für ihr Gelingen.
Wir begreifen Politik als einen Prozess, in dem alle Menschen ihre eigenen Angelegenheiten gemeinsam und eigenverantwortlich in die Hand nehmen unter Respektierung ihrer Unterschiedlichkeiten. Die dauerhafte Repräsentation der eigenen Interessen durch andere Menschen oder Institutionen lehnen wir ab, da sie nachweisbar nicht zum Wohle aller Menschen beiträgt.
Wir kämpfen für eine Welt, in der alle Menschen frei und selbstbestimmt leben können. Wir sind davon überzeugt, dass emanzipatorische Veränderungen nur durch eine Bewegung von unten machbar sind, und dass staatliche Politik letztendlich nichts an den Herrschaftsverhältnissen ändert.

PREGUNTANDO CAMINAMOS - FRAGEND SCHREITEN WIR VORAN !

Wir stellen viele Dinge fest, die uns ungerecht vorkommen und uns wütend machen.
Die Dinge, die uns losgehen lassen, sind die, die unser Herz berühren, nicht nur den Kopf.
Was uns wütend macht, versuchen wir zu beschreiben. Dabei bleibt so vieles offen, weil wir die ganze Komplexität dieser Welt nicht in Worte fassen können. Dennoch wollen wir nicht warten, bis wir alles verstanden haben.
Wir gehen los. Mit unseren vielen Fragen. Während wir gehen, werden wir die ein oder andere Antwort finden und noch mehr Fragen. Die Antworten finden wir nur, weil wir gehen.

Fragend gehen, das bedeutet: unsere Fragen zu formulieren, ohne Angst, dass andere sie für dumm halten. Es bedeutet, Fehler machen zu dürfen. Es bedeutet, die Fragen der anderen ernst zu nehmen, wie die eigenen, so absurd sie auch erscheinen. Es bedeutet aber auch, unsere Antworten selbstbewusst vorzutragen, weil sie einen Punkt unseres Weges markieren, sie aber auch als das zu begreifen, als Beitrag zu einer gemeinsamen Suche nach Antworten.


(...interessantes dazu auch bei Wolfgang Sterneck )

Wie auch „Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen“ sind diese Schlagworte geprägt vom mexikanischen Revolutionär und Autor Subcomandante Marcos. Die Verbreitung in Europa beförderte u.a. John Holloway

 

Die Bilder zeigen den Rat einer autonomen mexikanischen Region in Chiapas und Subcomandante Marcos bei einem seiner ganz seltenen Fernsehauftritte