In einem aktuellen Aufruf der F.A.U. aus März 2009 heißt es zur momentanen Krise treffend:
"Noch
kann niemand wirklich sagen, ob wir gerade den Anfang vom Ende des
Kapitalismus erleben, oder ob sich dieser auf Kosten der Ausgebeuteten
dieses Planeten „gesundgeschrumpft“ und „modernisiert“ aus dieser
tiefen Krise erheben wird.
Viele Menschen
fangen aber gerade an, die Dinge klarer zu sehen und zu verstehen, dass
die „soziale Marktwirtschaft“ – also der Kapitalismus im Normalbetrieb
– auch jenseits seiner Krisen genug gesellschaftliches Elend rund um
den Globus hervorbringen: stumpfsinnige Lohnarbeit, Erwerbslosigkeit,
psychische Erkrankungen, Krieg, Umweltzerstörung, Hunger, Durst und
Tod.
Die Wirtschaftskrise, an deren Beginn wir stehen, ist die
schwerste Krise seit dem Crash der Weltwirtschaft in den dreißiger
Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals war der Finanzkrach 1929 erst
das Vorbeben der großen Krise, mit Millionen von Arbeitslosen und
massenhafter Verelendung. Kommen wie damals die dicken Brocken also
erst noch in den nächsten ein, zwei Jahren auf uns zu?
Verantwortlich
für die Krise sind nicht einfach irgendwelche gierigen Finanzmanager
und Spekulanten. Auch nicht die ArbeiterInnen in den USA, die ihre
Häuser mit Krediten kaufen mussten, die sie nicht zurückzahlen konnten.
Es ist die „freie Marktwirtschaft“ selbst, das kapitalistische
Wirtschaftssystem, das immer wieder eine Überproduktion an Waren
erzeugt, die keine Käufer mehr finden. Hinzu kommt, dass das Kapital
durch die Produktion von Waren, also durch die Ausbeutung unserer
Arbeit, keinen „ausreichenden“ Profit mehr erzielt und deshalb z.B.
lieber in spekulative „Finanzprodukte“ investiert hat.
Kapital
und Politik wollen nun die Lösung ihrer Krise auf unsere Kosten
betreiben. Beide wollen marode Banken und Firmen retten, damit sie an
der Macht bleiben und uns weiter ausplündern können. All die hunderte
von Milliarden, die sie jetzt für Rettungs- und Konjunkturprogramme
ausgeben, sind kein Spielgeld. Wir und die Generationen nach uns sollen
sie durch Lohnkürzungen, Arbeitszeitverlängerungen, neue Abgaben, mehr
Steuern, Einsparungen und Kürzung von Sozialleistungen bezahlen.
Was auch immer jetzt passieren wird, die Dinge hängen ganz wesentlich von uns ab!
Wir
können weitermachen wie bisher und weiter als Teil einer Maschine
funktionieren, die den Planeten zerstört und massenhaftes Elend
hervorbringt. Wir können aber auch anders.
Wir
sind es, die allen gesellschaftlichen Reichtum produzieren und durch
diese Macht können wir auch dafür sorgen, dass es statt ewiger Krisen
ein gutes Leben für alle auf dem Planeten gibt. Eine Gesellschaft ohne
Knechte und deshalb auch ohne Herren. Eine Welt ohne geist- und
gesundheitstötende Lohnsklaverei. Eine Welt, in der die
Produktionsmittel, die noch benötigt werden, allen gehören."
Danach
folgt der Aufruf zur ersten, einer Reihe von Demonstrationen in
Deutschland im Krisenjahr 2009. Bereits in 2008 in Frankreich und 2009,
von den Medien größtenteils verschwiegen, in vielen Ländern östlich
Deutschlands, kocht der Unmut der Menschen, die unter den Auswirkungen
des herrschenden Systems leiden, hörbar auf.